Röttenbach setzt sich für die Artenvielfalt ein - durch weniger Mähen und Mulchen von kommunalen Flächen.

Manch einem wird schon aufgefallen sein, dass dieses Jahr Wildblumen und Gräser neben unseren Straßen wachsen dürfen und noch niemand gemäht hat. Der Grund dafür ist ein Gemeinschaftsprojekt des LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) und dem Landkreis Roth mit dem Namen 
„Kommunale Biodiversität – Aufbau eines Flächenmanagements im Landkreis Roth“. 

Ein durch den Bayerischen Naturschutzfond gefördertes Projekt, welches besonders Landrat Herbert Eckstein am Herzen liegt: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass fünf Landkreisgemeinden (Röttenbach, Hilpoltstein, Allersberg, Heideck, Thalmässing) aktiv mitmachen, dauerhaft und langfristig die Biodiversität ihrer Flächen bewusst zu steigern. 
Biodiversität – ist die Vielfalt des Lebens. Wenn man Naturräume erhält und schützt, dann schützt man damit auch die dort lebenden Tier- und Pflanzen-Arten und damit die biologische Vielfalt.

LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer: „Nach dem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt im Vorjahr wurde im Anschluss auch immer wieder die Rolle der Kommunen und die Pflege ihrer Flächen thematisiert. Das dabei häufige Mähen und Mulchen wirkt sich nachweislich negativ auf die Artenvielfalt aus. Unser neues Gemeinschaftsprojekt gibt nun eine klare Antwort in den Kommunen auf den Wunsch von knapp 1,8 Millionen Bayer*innen nach mehr Artenvielfalt im Freistaat“. In den nächsten drei Jahren wird das Projekt den beteiligten Gemeinden eine Hilfestellung bieten, ihre kommunalen Flächen im Sinne der Artenvielfalt zu entwickeln.  Wir haben somit bayernweit Vorbildcharakter für alle anderen Kommunen, die auch etwas zur Verbesserung der Biologischen Vielfalt im Freistaat beitragen möchten.

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten werden also kurz- und langfristig davon profitieren, wenn wir in Röttenbach erst im Juli mähen und den Grasschnitt einige Tage liegen lassen, um Insekten die Möglichkeit zu geben, sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Bürgermeister Thomas Schneider legt Wert darauf, dass in der Gemeinde unterschiedlich vorgegangen wird. Es wird also zukünftig Flächen geben, die weiterhin kurzgehalten werden, dann gibt es Flächen die später gemäht und es gibt Flächen die nur alle Jahre gemäht werden. Gerade altes Gras und Altpflanzen sind nämlich häufig die Kinderstube von Schmetterlingen und anderen Insekten. Mit diesem dreigliedrigen System soll der Natur mehr Lebensraum eingeräumt werden aber die Verkehrssicherheit und auch das Ortsbild der Gemeinde zu ihrem jeweiligen Recht kommen. 

Wir freuen uns auf jeden der mitmacht, die Artenvielfalt in Röttenbach zu sichern und vielleicht sogar zu erhöhen. Also schaffen doch auch Sie in Ihrem Garten einen Bereich in dem Wachsen und Leben darf was die Natur dort von selbst vorsieht.